Heute am 17.6.2017 starten wir unseren Hausbaublog. Was ist bisher geschehen?
Im Januar 2017 habe ich in der Gegend um Reutlingen noch für uns drei Lili, unsere Tochter und mich ein Haus gesucht. Bauen stand nicht unbedingt auf dem Plan. Mangels bezahlbaren Angeboten oder einfach sehr schlechten Häusern haben wir dann im Januar 2017 beschlossen selbst zu bauen, zumal wir ab August mit Zwillingen in Zukunft deutlich mehr Platz brauchen werden.
Wir konnten in der Gemeinde in der ich seit 5 Jahren wohne einen Bauplatz in einem Neubaugebiet erwerben. Das Grundstück hat ca. 650m2 und war bezahlbar. Der Bauplatz wurde zu 90% über meine Bank finanziert. Nachdem ich im Februar und März alle Formalitäten mit meiner Hausbank geklärt hatte, war der Notartermin Ende April.
Notar-, Grundstückskosten und Steuern werde ich mal getrennt aufzählen. Seit Ende Mai gehört uns auf jeden Fall "gefühlt" das Grundstück (alles bezahlt). Der Grundbucheintrag, bzw. die Bestätigung hierzu fehlt allerdings noch.
Seit Anfang Mai haben wir Termin mit diversen Fertighausfirmen ausgemacht. Als Information dienten uns die Musterhaussiedlungen (Fellbach und Bad Vilbel), diverse Prospekte aus dem Internet , die FdF-Messe in Tübingen (die aber eigentlich zu 90% wirklich rausgeschmissenes Eintrittgeld ist) und die große Wohnmesse in Stuttgart. Anfänglich Überlegungen ein Massivhaus zu bauen (z.B. mit Town+Country haben wir verworfen. Ich möchte einfach nicht x-cm Styropor auf meiner Außenfassade. Ein wichtiger Punkt war am Anfang Wärmedämmung - da waren sämtliche Fertighäuser vom Start weg irgendwie besser.
Lektion Nr 1 für uns: Fertighaus ist nicht gleich Fertighaus.
Es gibt ganz klassische Fertighaushersteller die sich in Details und der Qualität unterscheiden. Dann gibt es noch Ökohaushersteller - hier wird besonders auf die Baumaterialien Wert gelegt nämlich auf durchgehende Verwendung nachwachsender Rohstoffe (z.B. Zellulose, Holzfaserplatten, Schafwolle, Hanf oder Jute als Dämmung anstatt Mineralwolle). Darüber hinaus sind uns noch Massivholzhersteller aufgefallen. Hier werden die Wände nicht mit Holzständern gebaut, sondern massiv mit durchgehend Bohlen. Die Steigerung ist dann noch die Verwendung von ganzen Baumstämmen für einen sehr rustikalen Blockhaus-Look - das wollten wir dann aber nicht.
Bei den klassischen Fertighausherstellern haben wir uns folgende Hersteller näher angeschaut:
- Schwörer, Streif, Fingerhut, Weiss und Okal.
Die Auswahl ist eher willkürlich. Schwörer und Weiss haben wir uns näher angeschaut, da beide in der Nähe sitzen, was die Abstimmung etwas erleichtert. Okal hatte mal ein Produktionsgelände in dem Heimatort meiner Eltern, gilt als etwas preiswerter und sollte im Punkto "Preis" ein Benchmark setzen. Der Anbieter ist zudem einer der größten auf dem deutschen Markt. Streif und Fingerhut sind einfach so mit rein gekommen, da uns die Musterhäuser gut gefallen haben.
Bei den Biohäusern haben wir folgende Hersteller ins Auge gefasst:
- Voema und Frammelsberger.
Vorher hatten wir noch Fjorborg auf der Liste, welche aber wenig regionalen Bezug hatten und daher rausfielen. Wenn ich heute nochmal anfangen würde zu planen, würde ich mir auch Baufritz und Sonnleitner näher anschauen.
Auf der Stuttgarter Messe hatten wir zusätzlich eine Zimmerei aus Achern kennengelernt, die das "NurHolz"-System eines größeren Sägebetriebs aus dem Schwarzwald anbietet. Verwandt mit diesem ist das länger bestehende Holz100 System von Thoma.
Die Frage war nun klassisch, bio oder massiv. Während der Angebotsbegutachtung gingen wir immer weiter in die Richtung "Bio".
Doch zunächst unsere Begutachtung.
- Schwörer (liegt in der Nähe und liefert Qualität)
- Okal (Bauberaterin in Fellbach war sehr nett)
- Weiss (eher durch Zufall reingekommen. Sehr freundliche Berater in Fellbach und Bad Vilbel)
- Fingerhut (Wurde gleich wieder gestrichen, Beratung in Fellbach war sehr aufdringlich)
- Frammelsberger (Holzbau-System)
- Voema (Bio-Bau)
- Eine Zimmerei aus Achern die ein "NurHolz"-System verkauft
- Streif (Sehr nette Beratung in Bad Vilbel, ist aber in Qualität und Bautechnik vergleichbar mit Schwörer und Weiss und irgendwo mussten wir rauskürzen)
Voema ist leider als erster rausgeflogen obwohl die wirkliche zwei sehr schöne Grundrisse hatten. Die standhafte Weigerung des Bauberaters mal eine erste Grobplanung zu machen inkl. Kostenkalkulation und dem beständigen abraten vom Keller - für uns ein Muss - waren die Gründe.
Die Zimmerei in Achern flog als zweites raus. Die Musterhausbesichtigung eines 12 Jahre alten bewohnten Musterhauses war sehr positiv. Um den Keller hätten wir uns selbst kümmern müssen und damit auch um das KFW55-Zertifikat. Wenn ich mal wieder mehr Zeit habe, baue ich mir vielleicht nochmal ein Nurholz-Haus - das System hat mich wirklich begeistert.
Schwörer weigerte sich hartnäckig etwas anderes als eine Frischluftheizung anzubieten. Ich bin skeptisch was das Thema "Effizienz der Wärmepumpe" angeht. Mehr dazu in einem anderen Post über unsere Heizung. Der Genickbruch für Schwörer war die lange Lieferzeit und der wenig dezente Hinweis des Beraters: "Ab Datum X erhöhen wir aber die Preise".
Blieben noch Okal, Weiss und Frammelsberger. Ab dem Zeitpunkt war aber klar, dass ich nicht mit Mineralwolle dämmen möchte. Bei Okal gab es in einem ersten Entwurf das meiste Haus fürs Geld knapp 200m2, Pelletheizung mit Solarthermie, Smarthomesteuerung und zentrale Wohnraumlüftung. Der Entwurf war aber zu wenig auf uns angepasst und wurde immer klarer, dass wir nicht mit Mineralwolle dämmen möchten.
Das günstigste Angebot hat Frammelsberger rausgelegt. Allerdings mit der kleinsten Wohnfläche (155m2), Rohbaukeller und ohne Garage.
Das Angebot von Weiss war etwas teurer - Weiss bietet seit neuestem auch ökologische Holzfertighäuser an. Rausfinden mussten wir das selbst. Von Anfang an hat Weiss uns eine Baubeschreibung in die Hand gedrückt - darauf mussten wir bei Schwörer und Okal doch etwas warten. Darüber hinaus war das Weiss Haus komplett durchgeplant: Keller komplett fertig ausgebaut, Garage, etc.
Mit wem wir jetzt bauen? Weiss und Frammelsberger sind noch im Rennen.
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